Wenn der Kopf nicht mitkommt – Psychische Gesundheit im Wandel

Shownotes

„Man hat oft den Anspruch, die funktionale Superperson zu sein – und nie Schwäche zeigen zu dürfen.“ Wandel macht was mit uns. Nicht nur mit Unternehmen, sondern mit jedem und jeder Einzelnen. Wo endet die Verantwortung der Führungskraft? Und ab wann braucht es professionelle Unterstützung? Und was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Employee Assistance Program (EAP)?

In dieser Folge von „Wissen kompakt“, dem Podcast der TÜV NORD Akademie, spricht Leslie Tran im zweiten Teil der Serie „Mensch, Kultur & Wandel“ mit Johannes Lötzer, Psychologe bei MediTÜV, über psychische Gesundheit in Zeiten des Wandels.

Gemeinsam sprechen sie über: 👉 Wo die Grenze zwischen privater und beruflicher Belastung wirklich verläuft 👉 Was hinter dem Employee Assistance Program (EAP) steckt – und wofür es genutzt werden kann 👉 Wo die Verantwortung von Führungskräften endet und professionelle Hilfe beginnt 👉 Wie Unternehmen die Hemmschwelle rund um psychologische Unterstützung abbauen können

Die Folge liefert psychologische Lerntricks, konkrete Tipps zum Abschalten nach Feierabend und einen ehrlichen Blick darauf, warum Coaching kein Zeichen von Schwäche ist.

Highlights der Episode & Kapitelmarken 00:00 – Rückblick: Wie die Serie „Mensch, Kultur & Wandel“ weitergeht Vom großen Unternehmensblick auf KI und Diversity hin zum einzelnen Menschen Warum Employee Assistance Programs (EAP) bei Veränderungen so wichtig sind

02:06 – Eisbrecher: Psychologische Lerntricks von Johannes Warum Interesse am Thema die halbe Miete ist Kontextbasiertes Lernen: der Fun Fact aus einer Tauch-Studie der 70er Karteikarten, Gedankenpaläste und aktives Abrufen statt bloßem Wiederlesen

07:17 – Was macht permanenter Wandel mit uns? Warum Selbstwirksamkeit darüber entscheidet, ob Wandel als Chance oder Belastung erlebt wird Die besondere Herausforderung für alle, die Veränderung nicht mitgestalten können

09:42 – Wo verläuft die Grenze zwischen privater und beruflicher Belastung? Work-Life-Blending seit der Pandemie: Chance und Herausforderung zugleich Warum der Arbeitsweg als mentale Grenze fehlt, wenn das Büro im Wohnzimmer steht

14:01 – Der Tipp: Wie man nach Feierabend wirklich abschaltet Gedanken aufschreiben statt mit sich herumtragen Warum ein fester Arbeitsplatz hilft, gedanklich einen Cut zu setzen

15:27 – Was steckt wirklich hinter dem Begriff EAP? Ein externes, vertrauliches Beratungs- und Unterstützungsangebot für Mitarbeitende Das Themenspektrum: von Rollenkonflikten bis zu privaten Krisen

17:17 – Die Rolle des psychologischen Coachs Zuhören statt Lösungen vorgeben: Warum jeder Mensch sein Leben selbst am besten kennt Wann aus Coaching eine konkrete Beratung wird

20:10 – Wo endet die Verantwortung der Führungskraft? Warum Führungskräfte nicht für jedes Teammitglied persönlicher Coach sein können Das Konzept „People Lead“ als moderne Ergänzung zur klassischen Führungsrolle

24:02 – Erfahrungen aus dem Coaching: Was ein einfaches Gespräch bewirkt Erwartungsmanagement: Coaching löst nicht alle Probleme auf einmal Warum ein offenes Ohr oft schon der größte Mehrwert ist

25:41 – Coaching, Psychologie, Psychotherapie: Wo liegen die Unterschiede? Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten im Vergleich Die Rolle von EAP als erste Anlaufstelle und Schnittstelle

28:23 – Die Hemmschwelle abbauen Warum das Stereotyp rund um Psychologie veraltet ist Führungskräfte als Vorbild: Warum auch sie Coaching in Anspruch nehmen sollten

35:38 – Blick nach vorn: Was Unternehmen jetzt verändern müssen

Gast: Johannes Lötzer, Psychologe bei MEDITÜV, begleitet Unternehmen und Mitarbeitende psychologisch durch Phasen von Wandel und Unsicherheit

Links & Ressourcen

  • EAP – Psychologisches Coaching: Zum Angebot
  • Seminar „Umgang mit psychisch kranken Mitarbeitern“ der TÜV NORD Akademie: Zum Webshop- - Weitere Weiterbildungsangebote der TÜV NORD Akademie: Zum Webshop
  • Teil 1 der Serie: „KI und Diversity – mehr Fairness oder neue Vorurteile?“ mit Cawa Younosi - Zur Folge

Weiterführende Themen aus der Folge Employee Assistance Program (EAP) & psychologisches Coaching Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz Work-Life-Blending & Homeoffice Führungsverantwortung in Zeiten des Wandels Resilienz & Selbstwirksamkeit Coaching vs. Psychotherapie Stigmatisierung psychischer Belastung abbauen Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Credits: Moderation: Leslie Tran Produktion: TÜV NORD Akademie GmbH & Co. KG, ynot Productions

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Transkript anzeigen

00:00:00: Das nehmen wir immer noch oft wahr, dass Führungskräfte den Anspruch an sich selbst haben als die funktionale Superperson irgendwie.

00:00:07: Als Superman-Wonder Woman irgendwie vorauszugehen und nie irgendwie Schwäche zeigen zu dürfen.

00:00:14: Und wenn wir hier im Einzelfall eine Unterstützung bieten ist es auch oft eine Entlastung für das gesamte Team gerade, wenn wir vielleicht mit Führungskräften sprechen.

00:00:24: Wissen Kompakt.

00:00:26: TÜV Nordakademie in Besprech.

00:00:28: In unserem Podcast für berufliche Weiterbildung diskutieren wir mit Expertinnen und Experten aktuelle Herausforderungen, wichtige Fragen und aktuelle Trends.

00:00:46: Und in der ersten Folge haben wir mit Kava Janoussi, dem Geschäftsführer der Kathia Vielfalt darüber gesprochen wie KI die Arbeitswelt verändert und auch bereits verändert hat.

00:00:56: Darüber gesprochen welcher Einfluss dieser Wandel auf Vielfald und Diversity in Unternehmen hat?

00:01:02: Heute möchten wir den Blick etwas enger fassen weg von der großen Unternehmensfrage hin zum einzelnen Menschen!

00:01:09: Denn bei Veränderungen geht es aus meiner Sicht nicht nur darum, wie Führungskräfte ihre Belegschaft mitnehmen bei Wandel.

00:01:16: Wie sie es kommunizieren und wie Wandel mitgetragen wird.

00:01:20: Und genauso wichtig ist doch auch zu fragen, wie Mitarbeiter eine ganz konkret durch Veränderung und herausfordernde Phasen begleitet werden können.

00:01:29: Ein Angebot was hier besonders unterstützend sein kann, ist das sogenannte Employee Assistance Program, kurz ERP Ein Angebot, welches unter anderem auch unser Partner Meditiv mit anbietet.

00:01:41: ERP ist nach meinem Verständnis eine Art psychologisches Coaching und bietet Mitarbeitenden die Möglichkeit an sich in ganz unterschiedlichen Lebenslagen begleiten zu lassen und dort eben die Unterstützung von einem psychologischen Team zu erhalten.

00:01:56: Ob meine Beschreibung genau dem entspricht was ERP isst wird mein heutiger Gast mir da nochmal erklären aber das ist zumindest meine Auffassung davon.

00:02:04: Und genau darüber möchte ich heute nämlich mit Johannes Letzer sprechen.

00:02:07: Er ist Psychologe über Meditif und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Unternehmen Mitarbeiter in Zeiten von Wandel und Unsicherheiten wirksam unterstützen können?

00:02:16: Damit herzlich willkommen Johannes!

00:02:18: Schön dass du da bist.

00:02:20: Hi Leslie, danke für die Einladung.

00:02:21: ja.

00:02:22: Spannende Themen über die wir heute sprechen und ich freue mich auch das ich heute dabei sein darf.

00:02:27: Ich freue mich auch, dass du dabei bist.

00:02:29: Lass uns mal direkt in das Interview starten beziehungsweise mit einer Eisbrecherfrage die ich jedem Gast vorab stelle.

00:02:35: Wir sind ja hier bei der TÜV Nordakademie bei einem Weiterbildungsanbieter.

00:02:38: entsprechend frage ich gerne jeden Gast vor ab wie er in dem Fall wie du am besten lernst oder da du gerade aus der Psychologie kommst gibt es da irgendwelche guten psychologischen Tricks die man anwenden kann wenn man gerade Schwierigkeiten hat irgendwie was Neues zu lernen?

00:02:55: Ja, finde ich eine sehr spannende Frage.

00:02:57: Ich denke grad auch in Zeiten des Studiums hat man sich damit natürlich irgendwie auch noch mal ausführlich auseinandergesetzt.

00:03:03: Absolut!

00:03:05: Ich würde glaube ich meine Antwort auch ganz gerne aufteilen und zwar zunächst finde ich einen wichtigen Aspekt oder was ich für mich merke es fällt mir besonders leicht zu lernen wenn ich mich für das Thema tatsächlich interessiert

00:03:16: habe also

00:03:17: für Dinge zu lernen die ich irgendwie gerne mag.

00:03:20: Das fällt einem doch auch immer leichter Und da erfolgt gar nicht irgendwie eine Anstrengung, die man dann auch irgendwie benötigt.

00:03:27: Deswegen wäre mein erster Tipp, wenn ich für irgendwas lerne, sich mit dem Ziel, worauf man hinlernt zu identifizieren und sich zu überlegen, wofür mache ich das?

00:03:35: Und diesen Mehrwert des Lernens anzusehen, Lernen ist eigentlich auch was Schönes wird aber leider oft auch mit einem anstrengenden Charakter verbunden weil manchmal muss es halt sein... und psychologische Tipps, die ich an der Stelle aber dann auch mitgeben würde wäre.

00:03:51: Sich ja doch irgendwie zu überlegen was sind so meine Tageszeiten, zu denen ich besonders gut lernen kann?

00:03:55: Ich weiß zum Beispiel...ich bin ein klarer Morgenmensch!

00:03:57: Ich habe irgendwie von acht bis elf sicherlich meine Aufnahme stärksten Stunden und konnte da auch immer besonders gut lern und das kann beandacht aber auch anders sein.

00:04:06: oder ich hatte auch Freunde, die abends besonders gut leeren können, die könnten sich auch um... neun oder zehn Uhr noch mal hinsetzen, um irgendwie was aufzunehmen.

00:04:15: Und da merke ich, da bin ich schon mental im Feierabend.

00:04:20: und ein psychologischer Funfact, den ich bei der Frage, der mir durch den Kopf schießt ... Es gab auch eine Studie in den Siebzigern, wo ... Eine Gruppe von Menschen, ich glaub das war noch explicit Taucher lernen sollten.

00:04:32: Das heißt ein paar haben an Land gelernt und ein paar unter Wasser gelernt.

00:04:37: Und dann sollten sie am Ende nochmal die Inhalte, die sie lernen sollten abrufen entweder entsprechend an Land oder unter Wasser.

00:04:43: Und daraus ist so dieser Begriff des kontextbasierten Lernens auch entstanden, dass halt Menschen in dem Kontext, wenn sie etwas gelernt haben, das besonders gut abrufeln können?

00:04:53: Und das fand ich ein ganz spannender Fakt.

00:04:55: Das heißt, wenn ich mit einem Umfeld lerne, dann fällt es mir auch tendenziell leicht, das abzurufen und ... Ja, das konnte ich auch bei mir selbst beobachten.

00:05:06: Man sieht selbst, ich hab hier eine Gitarre im Hintergrund.

00:05:07: Ich mag Musik sehr gerne, spiele auch ganz gerne Klavier.

00:05:12: Wenn ich für mich Stücke bei mir zu Hause einübe Und dann aber bei Freunden vielleicht auch mit einer anderen Gitarre unterwegs und das stolz vorspielen möchte, ist es manchmal gar nicht so einfach das abzurufen.

00:05:21: Der berühmte Vorgefekt

00:05:22: hier.

00:05:23: Vielleicht auch Publikum?

00:05:24: Vielleicht der Kontext, der sich wandelt... Genau!

00:05:27: Das wäre mein psychologischer Fun-Fact zum Thema Lernen an der Stelle.

00:05:30: Das

00:05:30: ist total cool.

00:05:32: Ich sehe da auch total die Parallelen, das ist jetzt auch schon leider Ewigkeiten her.

00:05:36: Aber als ich damals mein Abitur geschrieben habe, habe ich immer versucht, die gleiche Musik zum Lernen zu hören und quasi dann bevor ich dann in die Prüfung gegangen bin, hab' ich mir die Musik nochmal angehört, in der Hoffnung dass sich das irgendwie miteinander verbinde.

00:05:49: Also ich wusste nicht was es diese Studie gibt.

00:05:52: Da habe ich mir damals einfach gedacht, dass es eventuell mir helfen kann.

00:05:56: Und ich habe auch damals dieses Bekannte dass die Lernmapfe unter dem Kopfkissen legen und damit einschlafen.

00:06:02: Gibt das denn zwar alles ... Naja, Annahmen mit denen man quasi ins Schlafen geht?

00:06:08: Aber ich glaube, Lernen wird ja auch dadurch befördert, dass man auch daran glaubt, dass es man schafft und dass man das gelernt hat für sich behält.

00:06:15: Und ich finde da auch was du erwähntest, gerade so einen individuellen Ansatz zu schaffen.

00:06:20: Ich war immer überzeugter Mensch davon, Karteikarten oder Handgeschrieben aufzuschreiben Und das kennt vielleicht auch der eine oder andere, dass man Moment hatte, wo man wusste ... Ich weiß nicht mehr genau was war.

00:06:30: Aber ich weiß genau, wo es stand und auf welcher Stelle auf der Seite.

00:06:34: Manchmal hier einen klaren Kontext zu schaffen, das mental so einordnen zu können.

00:06:39: Muss jetzt nicht der Gedankenpalast sein wie ihn vielleicht Sherlock Holmes hat, in seinem Kopf umherwandern kann und genau weiß, wo er etwas abrufen kann.

00:06:47: Aber so etwas einfach noch mal handgeschrieben zu haben und sich auch selbst abzufragen, wo wir auch nochmal beim anderen psychologischen Effekt sind gratis abruffen und das Bewusstsein sich selbst abfragen ist manchmal eben auch anstrengender als einfach nur in sich Inhalt durchzulesen.

00:07:00: aber es zeigt sich auch dass es deutlich stärker Lerneffekte hat wenn man eben bewusst sich selbst Fragen stellt und wissen auch noch mal aktiv abruft als sich einfach nur zwei Mal anzugucken.

00:07:11: Ja, absolut.

00:07:11: Also ich merke gerade auf Lernen und die Art wie mein Land hat sich bestimmt über die Jahre extrem gewandelt und auch die Nutzung von technologischen Möglichkeiten.

00:07:20: Ich zum Beispiel höre mich gerne... also ich nehme mich auf und höre dann gerne nochmal an.

00:07:24: quasi meinen eigenen Podcast zum Lernen habe ich ja auch schon mal gemacht.

00:07:27: Da hat sich glaube ich vieles verändert ist sicherlich ein... Möchtest du nur was sagen?

00:07:32: Entschuldigung.

00:07:32: Ja, es ist spannend, dass du das sagst.

00:07:34: Viele sagen auch ihre eigene Stimme zu hören, sie gar nicht so gerne oder

00:07:37: sich

00:07:37: damit noch zu gewöhnt hast ... Gut, wenn man seinen eigenen Podcast hat!

00:07:41: Absolut.

00:07:42: Aber das ist ein guter Übergang zu unserem heutigen Thema.

00:07:45: Wir wollen ja darüber sprechen wie Wandel uns als Mensch beeinflusst und der Arbeitskontext mit einspielt beziehungsweise auch das private Leben.

00:07:54: Wandel im privaten Leben auch unsere Arbeitsweise beeinflussen kann.

00:07:59: Wenn wir über Wandels sprechen, dann reden wir häufig darüber gerade im Unternehmenskontext.

00:08:03: Wie kann Wandel überhaupt strategisch aufgenommen werden?

00:08:06: Gerade wenn man über Führungsebene spricht ist dieses Bekannte wie nehmen wir unsere Mitarbeitenden mit?

00:08:12: Wie können wir Führungsprozesse einführen damit Wandel auch mitgetragen wird?

00:08:16: gerade jetzt beispielsweise KI da wird viel darüber gesprochen, dass viel optimiert werden kann.

00:08:22: Da ist sehr viel Wachstum aber viel Veränderung führt eben ja sicherlich auch zu viele Unsicherheiten.

00:08:27: Wie ist denn deine Einschätzung?

00:08:29: Was macht so ein permanenter Wandel mit Menschen?

00:08:31: Ich glaube, da ist die Antwort wie bei vielen Fragen der Psychologie ganz individuell und es gibt sicherlich viele Menschen, die in so einem Wandel auch aufgehen können und da denke ich jetzt besonders auch an Menschen die so einen Wandel eben auch mitgestalten können.

00:08:45: gerade das Thema Selbstwirksamkeit spielt hier glaub ich eine große Rolle Und wenn man sich in der Rolle wiederfindet, so ein Wandel zu gestalten, dann kann das auch was Schönes sein.

00:08:53: Gerade durch die Möglichkeiten der Heutzutage-Beispiele, K.I.

00:08:57: bietet oder Prozesse, die heutzutag viel schneller laufen können, da kann es sicherlich schön sein, die Personssein, die Prozessor optimiert und mitgestalten wäre für mich hier aber auch glaube ich das Schlüsselwort, weil wenn man an den Mitarbeitenden ... Denkt, die diesen Wandel nicht unbedingt direkt mitgestalten können.

00:09:14: Die eher davon stark beeinflusst werden darüber informiert werden was verändert sich jetzt und diesen wandel eben auch mittragen aber nicht direkt Einfluss darauf haben Dann kann das sicherlich auch eine Herausforderung sein.

00:09:26: Und wenn wir jetzt noch mal dass ein bisschen zuspitzen damit arbeiten denken die zusätzlich vielleicht noch ein starkes bedürfnis nach Sicherheit haben und Veränderungen gar nicht so aufgeschossen gegenüberstehen dann kann es sicherlich eine große Herausforderung vereinzelt sein, wenn man diesem Wandel irgendwie ein Stück weit übergestülpt kriegt.

00:09:45: Darüber ein Kennen gesetzt wird aber gar nicht stark in diesen Prozessen beteiligt wird.

00:09:49: und das ist sicherlich auch ne psychologische Herausforderung der sich die Arbeitswerte in Zukunft noch mal verstärkt zu stellen hat.

00:09:57: Du hast absolut recht mit Wandel ... kann sowohl positiv als auch negatives verbunden werden.

00:10:03: Aber Positives und Negatives gibt es ja auch im privaten Kontext, also Wandel den wir im Arbeitskontext erleben ist ja nicht nur ein Wandel der durch Arbeit und das was auf unsere Arbeitsfeld passiert hervorgerufen wird.

00:10:17: Es gibt ja auch private Veränderungen, private Sorgen, private Konflikte, private Schicksalsschläge die sich dann auf unserer Arbeit niederschlagen.

00:10:29: Wie ist da deine Einschätzung aus deiner Erfahrung, Zusammenarbeit mit Klientinnen oder im allgemeinen in deinem beruflichen Kontext?

00:10:36: Kann man da überhaupt eine Grenze ziehen zwischen privater Belastung und arbeitstechnischer Belastungen.

00:10:42: Find ich auch ne spannende Frage!

00:10:43: Ich glaub hier hat auch ein starker Wandel stattgefunden... Man muss ehrlicherweise sagen durch die Pandemie irgendwie auch mit ausgelöst, welcher gerade mitarbeitende Büroarbeitsplätzen stärker einen Homeoffice-Arbeitsplatz ... ja, bewegt hat.

00:10:58: Und das hat sicherlich viele Folgen mit sich gebracht.

00:11:02: Aber eine davon bestimmt auch, dass ein stärkeres Work-Life-Blending, so würde ich den Begriff jetzt einfach mal hier in der Stelle verwenden, also der Übergang oder der fließende Übergangs von Arbeit und Privatleben, welcher dann eben stattfindet, sich auch stärker in unserer Gesellschaft zeigt.

00:11:19: Das kann eben positive Aspekte haben, dass es Mitarbeiter auch leichter fällt, Privatleben und Arbeit miteinander zu kombinieren

00:11:27: auch

00:11:27: ihren Alltag dadurch vielleicht auch teilweise flexibler zu gestalten.

00:11:32: Herausforderungen, die aber dadurch sicher damit einhergehen und das merke ich eben auch in meiner Arbeit, wo du auch angemerkt hast... ist auf jeden Fall das eben, Themen aus dem Arbeitsplatz dann auch mal nach Feierabend noch im Kopf existieren.

00:11:43: Wenn man immer noch in gleichen Gebäude ist, wo man vorgearbeitet hat, dann ist es gar nicht so einfach diese Gedanken hinter sich zu lassen.

00:11:50: Den Menschen fällt's ihm leichter abzuschalten wenn dazwischen durch ein paar Meter zurücklegt, körperlich diesen Weg vom Arbeitsplatz nach Hause zurücklegt ... Und gleichzeitig hat es natürlich auch einen starken Effekt, dass eben auch private Themen, die mich zu Hause beschäftigen mit meiner Familie in meinem persönlichen Umfeld.

00:12:07: Was ich irgendwie zu Hause haben kann ... Auch mit auf die Arbeit genommen werden und ... Auch hier kriegt man immer wieder Mitgrad Menschen, die auch irgendwie stärkere Themen haben, die sie auch persönlich beschäftigen.

00:12:22: Den fällt's dann gar nicht leicht, der hier an der Weg zur Arbeit gedanklich ein Katt zu setzen zur Arbeit mit.

00:12:30: Gibt es da zu Hause vielleicht auch ein Tipp?

00:12:33: Da du's dir selber schon gesagt hast, es fällt einem ja oben so schwerer, wenn man beispielsweise seinen Büro im Wohnzimmer hat, da abzuschalten, wann man ihm die Möglichkeit hat, auf das Büro aufzubauen, hättest du da einen Tipp?

00:12:46: Genau, ist tatsächlich auch ein Thema was im Coaching auch ab und zu mal aufkommt.

00:12:50: Und das ist glaub ich für jeden Menschen unterschiedlich.

00:12:54: Ich empfehle immer ganz klar eine mentale Grenze zu ziehen.

00:12:58: Also wenn ich zum Beispiel mein Laptop zu klappe, zum Feierabend merke ... Ich hab immer noch Gedanken, die rumschwirren.

00:13:03: Sich auch mal klar die Punkte aufzuschreiben, die vielleicht durch meinem Kopf gehen dazuzulegen und zu wissen, okay, morgen habe ich alles wieder genau so, dass ich von morgen weitermachen kann.

00:13:12: Ich muss es jetzt nicht mehr gedanklich mit mir umtragen.

00:13:15: Innerlich auch einmal oder laut sagen?

00:13:17: Ich hab jetzt Feier Abend und einfach diese Gänze zu ziehen.

00:13:20: Vielleicht ein Laptopp, wo für mich einfach mal wegzupacken.

00:13:23: Oder wenn ich arbeite dann nicht an dem gleichen Platz mich aufzu ... dort auch mein Feierabendfall zu verbringen.

00:13:30: D.h.,

00:13:31: wenn ich auf der Couch arbeite, dann auf jener Couchsitzung zu bleiben und direkt eine Serie anzufangen und Fernsehen zu schauen, wäre aus meiner Sicht nicht unbedingt der optimale Weg um hier klare Grenze zwischen Arbeit- und Privatleben ziehen zu können?

00:13:45: Klingt absolut logisch einfach visuell und mental zu schauen dass man da einfach eine Grenze zieht man die Arbeit vielleicht auch einfach mal Arbeit sein lässt.

00:13:56: Lass uns mal direkt eingehen auf die Coaching-Angebote, die ihr beim Mediativ anbietet.

00:14:01: Employee-Assistensprogramm hatte ich ja schon gesagt, ERP – was verbirgt sich denn hinter dem Mikrof?

00:14:06: Habe ich das zu Anfang gut erklärt oder steckt da eigentlich noch mehr hinter?

00:14:10: Ich finde, das hat schon sehr gut zusammengefasst, Leslie.

00:14:13: Sehr schön!

00:14:13: Also ich verbinde mit EAP auch ein externes vertrauliches Beratungs- und Unterstützungsprogramm für Beschäftigte um es mal so in der Definition zu formulieren welches halt in Einzelfällen oder welches in Einselfellen angeboten werden kann oder auch systematisch zum Beispiel dass die betriebliche Gesundheitsförderung auch in einem Unternehmen etabliert sein kann.

00:14:36: Und kurz zusammengefasst können Mitarbeitende mit verschiedensten Themen eben so ein ERP-System nutzen und auf uns, also die Personen, die es dann auch eben durchführen zum Beispiel als Psychologen zukommen.

00:14:49: Um eben Coachingangebot, Beratungsangebot oder eben auch einfach nur ein offenes Ohr wahrzunehmen je nachdem was an der Stelle auch eben der Bedarf ist und insbesondere Mitarbeiter welche halt Belastung, Wahrnehmen, sei es auf der Arbeit oder auch im privaten Umfeld.

00:15:06: Und hier haben wir wirklich ein bunter Spektrum an Themen, also wirklich Überforderungen am Arbeitsplatz und klare Rollen, Konflikte auf der Arbeit bis zu privaten Themen wie vielleicht auch der Verlust von nahestehenden Menschen oder irgendwelche persönlichen Krisen die sich irgendwie anbahnen welcher halt sicherlich beide auch einen starken Einfluss sowohl auf das berufliche Leben als auch auf das private Leben haben können dass Menschen einem Punkt kommen und sagen ne ich Braucht jemand, mit dem ich darüber sprechen kann, um einen Rat zu holen oder diesen Gedanken freien Lauf lassen zu können?

00:15:38: Das heißt wie würdest du gerade in einer Teamserie zur Veränderung und haben ja auch schon darüber gesprochen, dass Veränderungen sowohl private als auch berufliche Natur sein können.

00:15:50: Wie würdest Du als psychologischer Coach Deine Rolle in der Begleitung der Mitarbeitenden verstehen?

00:15:57: Ja.

00:15:58: Das ist auch eine gute Frage und ... Eingang sagt ich schon, mein Lieblingsantwort ist doch immer individuell!

00:16:03: Und auch hier wäre das so.

00:16:05: Die Mitarbeiter kommen auf uns zu haben wie gesagt schon ganz unterschiedliche Themen.

00:16:09: Manchmal besteht für mich der konkrete Bedarf auch an einer Beratung.

00:16:12: Dann entfernen wir uns ein bisschen von Coaching sondern überlegen wirklich gemeinsam was wir in so herangehensweise Ansätze machen können zum Beispiel.

00:16:19: Da nutzen wir dann auch unser Wissen was irgendwie besteht solche Tipps wie eben zum Feierabend vernünftig abzuschalten.

00:16:26: Was sind da Mittel und Wege, die funktionieren können?

00:16:29: Und gleichzeitig wenn wir aber hier im Feld des Coachings unterwegs sind, schenken wir den Mitarbeitenden oft erst mal einfach ein offenes Ohr hören zu was quasi an Thema auf uns zukommt und versuchen damit offene Rückfragen auch erstmal gemeinsam zu schauen, was der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin an der Schlaufe vielleicht für sich selbst für Lösungsansätze hat.

00:16:49: Und das sind halt nachhaltig oft auch mal die besten, weil jeder Mensch kennt sein eigenes Leben am besten.

00:16:53: Ja klar!

00:16:54: Wer sind wir jetzt selbst als Psychologen?

00:16:55: Können wir nicht von außen irgendwie auf den Leben schauen und sagen, dass wäre der bessere Weg, sondern ... Die Lösung kommt im Bestenfall aus dem Menschen selbst.

00:17:03: Dafür versuchen wir durch stützende Fragen und ein offenes Ohr vielleicht diese Wege gemeinsam herauszufinden.

00:17:12: Ich find das total schön, weil grade im Arbeitskontext dann wenn viel ansteht, wenn es gerade sehr turbulent ist.

00:17:19: Wenn der Arbeitsort gerade sehr hoch ist fehlt oft mal dieses offene Ohr und einfach die Möglichkeit zu haben sich eine Stunde zumindest für einen Termin wirklich geplant Zeit nehmen zu können dass man einfach mal über sich sprechen kann dann über seine privaten Gedanken sprechen kann auch innerhalb der Arbeitszeit.

00:17:37: ich glaube hier etwas was viele unterschätzen, weil einfach die Arbeit so groß ist.

00:17:42: Die Belastung so groß dass man sagt okay das mache ich später und da einfach diese aktive Zeit dafür zu haben ist total ... Ich glaube ich denke total bereichernd.

00:17:52: Und was man dadurch auch da nicht unterschätzen darf?

00:17:56: Manchmal wird es auch ein bisschen belächelt von grad... Mit dem traditionelleren Gedanke von der Mitarbeiter hat jetzt hier einfach wen zu reden, kostet das Unternehmen natürlich auch Geld etc.

00:18:07: Und gleichzeitig kann ich immer nur die Mehrwert unterstreichen jemanden im Team irgendwie belastet ist Mitarbeiter, die vielleicht häufiger ausgefallen sind.

00:18:16: Das sind alles Themen, womit man zu uns Gespräche kommen kann und wenn wir hier eine Unterstützung bieten ist es oft eine Entlastung für das gesamte Team.

00:18:27: gerade auch mit Führungskräften sprechen oder die als Multiplikatoren wirksam sind oder eben auch mit einzelnen Mitarbeitern oder wenn's um das Thema Konflikte geht und wir gemeinsam ansetzen überlegen wie man das angehen kann zeigt sich auch eben ganz schnell einen Mehrwert für nicht nur die Einzelperson, sondern auch das gesamte Umfeld.

00:18:47: Für das gesamten Umfeld ist da ein guter Punkt weil im direkten Umfeld bei der Arbeit sprechen wir meistens über unser Team, über die direkten KollegInnen und auch über die Führungskraft, die im besten Fall darüber Bescheid weiß wie der Arbeitslohr der Person ist und ja wie es mit der Person gerade steht falls eine große Belastung ansteht ob private Natur oder innerhalb der Arbeitswelt.

00:19:13: Wir haben in der ersten Folge viel darüber gesprochen, wie gerade Führungskräfte Mitarbeiter mitnehmen können wenn viel Wandel ansteht – im Kontext von KI aber auch im Allgemeinen.

00:19:27: gefasst ist ja eine gewisse Verantwortung der Führungskraft seine Mitarbeitenden im Blick zu behalten und da eine Verantwortung für zu tragen.

00:19:35: Deiner Meinung nach die Grenze.

00:19:37: Wo hört die Verantwortung der Führungskraft auf?

00:19:39: Und ob wann braucht es professionelle Hilfe oder Unterstützung, wenn gerade so viel Belastung durchwandelnd entsteht?

00:19:46: Ja für eine spannende Frage.

00:19:47: und tatsächlich gemeinsam mit der Akademie haben wir auch Seminare wo's eben auch konkret um diesen Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitenden geht und da ist das auch ne konkrete Frage, die auch immer wieder aufkommt.

00:19:58: Die Führungskraft kann und sollte sich im besten Fall sicherlich Erkundigen bei nach belasteten Mitarbeitenden und ob es hier Themen gibt, wo die Mitarbeiter gestützt werden können.

00:20:07: Auch auf der Arbeit entlastet werden kann.

00:20:09: Das ist sicherlich auch alles der Verantwortungsbereich der Führungskräfte.

00:20:14: Gleichzeitig sind Unternehmen aber heutzutage noch ... oder ich sage noch, aber an vielen Stellen so aufgebaut, dass Führungskräfte gleichzeitig ihre eigenen fachlichen Aufgaben haben.

00:20:23: So oft fachliche Führungen sind, ihre eigenen Themen Projekte haben.

00:20:26: Wenn wir jetzt mal von einem Team wenn man drei bis fünfzehn Leuten spricht, da kann man natürlich nicht für jeden Einzelnen auch noch der persönliche Coaching oder immer in jedem Einzelfall nachhaken.

00:20:38: Was er oder sie braucht, das einfach aus den Ressourcentechnischen Gründen wie die Arbeit in der Stelle konzipiert ist.

00:20:43: und hier gibt es auch das Konzept von People Leads wo wir von Führungskraftensprechen, die wirklich konkret dafür da sind, die Mitarbeitenden zu stützen und nach deren Entwicklung zu schauen.

00:20:52: Das wäre aber ein ganz anderes Konzept was sich da eher ein bisschen moderner von abgrenzt.

00:20:58: Standardführungskraft sage ich jetzt einfach mal.

00:21:01: Die muss halt wirklich schauen, wie bringt sie das alles unter einen Hut und hat hier viele Aufgaben auch parallel?

00:21:07: Und gerade wenn bemerkbar ist es die Belastungen der einzelnen Personen irgendwie, wie ich von euch schon erwähnt hatte, Auswirkungen auf das Team haben oder wo ich so stark in der Mitarbeit noch häufiger ausfällt und er oder sie vielleicht nicht weiter weiß ... Und die Führungskraft auch merkt, das nimmt gerade viele Ressourcenanspruch.

00:21:27: Das passt grad nicht zu sonstigen Themen, die vielleicht damit einhergehen, dass die Gespräche so regelmäßig sind oder diese Belastungen durch eine fehlende Arbeitsleistung, die da mit einem hergeht und einen Einfluss auf das Team hat.

00:21:41: Dann kann es zum Beispiel auch ein guter Punkt sein, wo die Fährungskraft ... Beispielsweise ein ERP-System nutzen kann, um den Mitarbeitenden eine Entlastung anzubieten.

00:21:50: Gesprächsangebot ohne hier selbst tätig zu werden.

00:21:55: Da ja vor allem auch nicht jede Führungskraft psychologischer Coach gleichzeitig

00:21:59: sein kann?

00:22:00: Ja absolut!

00:22:01: Wie ist denn da deine Erfahrung mit den Klientinnen die du bisher betreuen, die du besser beraten durftest?

00:22:09: Gab es da Momente wo ... die gar keine Idee davon hatten, ob das was bringt.

00:22:17: Was sie gerade wahrnehmen und sind dann mit einem positiven Gefühl rausgekommen oder eben auch anders herum haben es abgebrochen?

00:22:23: Wie war so deine Erfahrung bisher?

00:22:26: Ich glaube, die meisten Menschen sind immer wieder überrascht wie viel so ein einfaches Gespräch oder einfach schon bringen kann.

00:22:31: Und die Erwartungshaltung diesem Coaching darf auch nicht sein man geht rein, am Ende geht man raus und alle Probleme Auf der Welt sind irgendwie gelöst, genau.

00:22:39: Da muss man glaub ich am Anfang auch schon klares Erwartungsmanagement betreiben.

00:22:43: und gleichzeitig hilft so ein einfaches Gespräch mit einer Person ja von einem offenen Ohr schenkt in meiner Wahrnehmung schon sehr.

00:22:51: Und das nämlich bei unseren Klienten war, dass oft viele schon dankbar sind da die Möglichkeit zu haben Themen und Sorgen offen im vertraulichen Rahmen äußern zu können und es loswerden zu können.

00:23:02: Und in einem Fall, wo ein Coaching konkret wirklich abgebrochen wurde, hatte ich bislang auch noch nicht.

00:23:07: Man hat manchmal Fälle ... Da hat man viel mehr Gespräche und weniger Gespräche.

00:23:11: Aber bisher waren die Stunden, die vereinbart wurden liefen aus meiner Sicht meistens dann immer sehr gewinnbringend für beide Seiten.

00:23:19: Mal haben wir einen besseren Draht mit einzelnen Personen, mal weniger mit anderen.

00:23:23: Das ist natürlich ganz klar!

00:23:24: Man kann auch manchmal an Coaches geraten, wo er merkt, das ist hier gerade nicht so passend für mich.

00:23:30: Aber das ist ja grad auch der Schöne bei einem ERP-System, wenn man einfach ein größeres Team hat oder ich mich und meinen Kollegen abstimmen kann.

00:23:38: Ob man vielleicht für ihn anders mit einer bestimmten Person betraut?

00:23:42: Wo vielleicht andere austauscht finden können.

00:23:44: Total schön!

00:23:46: Inwiefern unterscheidet sich denn das psychologische Coaching von einer psychotherapeutischen Behandlung bei externten Therapeuten?

00:23:55: finde ich auch eine ganz wichtige Frage tatsächlich.

00:23:58: Und da ist, glaub ich, die Erwartungshaltung manchmal auch sehr unterschiedlich, was unsere Kunden betrifft und das find ich auch sehr wichtig abzugrenzen.

00:24:07: Ich würde noch mal an der Stelle kurz einfach den Moment nutzen, um klarzustellen oft sprich mir von Therapie, Psychiatern, Psychologen ... Ja!

00:24:16: Da ist ja ne klare Trennung.

00:24:17: Psychiata sind ja Ärzte oder Ärztinnen, die zusätzlich noch eine therapeutische Weiterbildung eine Weiterbildung im Bereich der Psychologie gemacht haben, um sich hier eben auch aufstellen zu können.

00:24:31: Dass sie auch Therapie betreiben können oder auch Medikamente verschreiben können.

00:24:36: Psychologen wie ich haben eben Psychologie ein Psychologie-Studium mit Bachelor und Master oder einem Diplom abgeschlossen mit Menschen in Gespräche zu gehen, Coachings beispielsweise zu führen.

00:24:50: Davon abzugern sind auch noch mal Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen die zusätzlich eine langwierige Ausbildung auf sich nehmen.

00:24:58: Ging jetzt viel durch die Medien, mit der Ausbildungsverfahren hat vielleicht auch der eine oder andere mitbekommen ... Ja!

00:25:04: Und die aufgestellt sind eben auch, Psychotherapie anzubieten und möglicherweise über den Kassensitz dies zu ermöglichen.

00:25:12: Das geht auf jeden Fall einen Schritt weiter.

00:25:14: hier ist man oft nicht mit zwei, drei Sessions gut bedient.

00:25:19: Hier arbeitet man natürlich tief mit den Menschen und arbeit auch Probleme auf die vielleicht ein Stück tiefer Menschen beschäftigen.

00:25:26: Und ich sehe uns als Coach, das gerade im Betriebskontext so ein bisschen als Schnittstelle an dem Punkt ... Also wir fangen Menschen auf, die vielleicht nicht direkt einen Psychotherapieplatz kriegen.

00:25:37: Bieten hier auch irgendwie eine Erstberatung manchmal an.

00:25:40: Wir müssen aber auch ganz klar formulieren, dass wir eben nicht als Therapeuten und Therapeutinnen tätig sind sondern ne erste Unterstützung als erster Ansprechpartner fungieren können.

00:25:50: Vermitteln vielleicht mal nicht mehr auch weiteren wen sie sich wenden könnten wenn sie irgendwie ein weitergehendem Bedarf haben.

00:25:56: das kommt dann doch auch häufiger mal vor dass wir auch die Empfehlung aussprechen immer nach anderen Unterstützungsgeboten auch noch Ausschau zu halten, wenn die eben unsere Coachinggespräche dem Ende sich neigen.

00:26:08: Und das nehmen wir auch wahr dass gerade aber auch Führungskräfte manchmal auch so überfordert sind.

00:26:13: man stellt sie das vor als normale Führungskraft hat mal Mitarbeitenden der wirklich auch eventuell eine psychotherapeutische Begleitung benötigt Und die freuen sich schon einfach sehr, wenn sie zumindest erst mal schon an uns im ersten Schritt verweisen können.

00:26:25: Damit wir hier dem ein bisschen mehr nachgehen können und wir bieten ja auch keine Therapie an.

00:26:29: Können die Mitarbeiter aber zumindest auffangen und mit ihrem Problem erstmal ernst nehmen und schauen wie es vielleicht weiter gehen

00:26:34: kann?

00:26:35: Das ist total schön zu hören und nimmt auch schon ein bisschen meiner Anstoßfrage vorweg!

00:26:42: Ich habe nämlich das Gefühl und ich glaube, dass es weiterhin ein gesellschaftliches Problem ist.

00:26:45: Dass wenn man über Psychologie und sein eigenes psychologisches Bedürfnis spricht, dass da immer noch eine gewisse Hemschwelle ist.

00:26:53: Also gerade der Gang dann zum Psychotherapeuten ist, glaube ich, immer noch mit einem gewissen Vorurteil belegt.

00:26:59: Und da ist halt diese gewisse Helmschweller mittrinnen.

00:27:02: Was können denn Unternehmen oder Du hast es auch schon direkt angesprochen.

00:27:06: Führungskräfte aktiv tun damit solche Unterstützungsangebote wie das ERP besser wahrgenommen werden, dass dein größeres Verständnis dafür ist, dass sowas selbstverständlich Teil der Unternehmenskultur ist?

00:27:16: Wie würdest du da rangehen?

00:27:18: Und das finde ich eine super Frage, Leslie und das begleite ein irgendwie im Arbeitseitag immer wieder, dass wir dieses Thema auch wahrnehmen.

00:27:23: grad Thema Psychologie als Hemmschwelle.

00:27:27: Auch wenn Mitarbeiter zu mir als Psychologen also ... Man kann's das vielleicht nicht sehen, aber ich hab gerade auch bewusst die Amagense-Füßchen in die Luft gesetzt.

00:27:36: Zu mir als Psychologen geschickt werden, dass es direkt mit einem gewissen Styrotyp verbunden ist, der oder die Mitarbeitende jetzt mal wirklich pflapsig gesprochen hat und irgendwie ein Knacks hat, irgendwie Problem hat, wo man einmal einen Bedarf hat, der sich normal nicht lösen lässt ... Da möchte ich diese Hemmschwellen an der Stelle abbauen, weil das sind aus meiner Sicht veraltete Stereotype.

00:27:59: Oft auch in den Coachings sprechen wir mit Menschen wie dir und mir, die gerade mal in einer schwierigen Lebensphase stecken, die jeder vielleicht schon bei irgendwann erlebt hat.

00:28:07: Das ist für mich ganz naheliegende Beispiele ... Verlust vor einem näheren Umfeld eine Scheidung, was auch immer dahinterstecken mag?

00:28:14: Ja!

00:28:15: Das sind Themen, die kann jeder erleben, jeden wird das psychisch mitnehmen, dass man danach enttief hat, das glaub ich mehr als verständlich.

00:28:24: Mein leichtes Weg oder sobald ich mit Menschen ins Gespräch komme, fallen diese Hemmschwellen recht schnell.

00:28:29: Das merke ich auch in meinen Seminaren und das wäre an der Stelle meine Empfehlung.

00:28:33: Gerade einfach mal sich mit diesem Thema manchmal zu beschäftigen selbst, vielleicht mal ein psychologisches Seminar auszuprobieren.

00:28:40: Und gerade meine Empfehlungen an Führungskräfte ist an dieser Stelle auch mit gutem Vorbild vorausgehen.

00:28:45: Also auch mal selbst ein Coaching wahrnehmen, wenn man mal selbst einen Bedarf hat.

00:28:48: Das nehmen wir immer noch oft wahr, dass Führungskrafte den Anspruch an sich selbst haben als die funktionale Superperson irgendwie, als Superman und Wonder Woman irgendwie voraus zu gehen.

00:28:59: Und nie irgendwie Schwäche zeigen zu dürfen.

00:29:02: aber auch als Führungskraft kann man ein Coachin wahrnehmen oder es kann dann auch weiterbringen.

00:29:07: Gerade das kann eben auch ein positives Beispiel für die Mitarbeitenden zeigen, dass man sich in seine Gesundheit kümmert und bestenfalls gesund bleibt.

00:29:15: Und viele Mitarbeiter kommen zu uns, weil es ihnen von der Führungskraft empfohlen wird.

00:29:20: Das finde ich auch mal einen schönen Aspekt.

00:29:22: Wenn ihr merkt, was im Hintergrund los ist ... Die Mitarbeitende bemerkt ihre Veränderungen, dass es den nicht gut geht, sprecht denen noch die Empfehlung aus?

00:29:33: Manchmal müsst diese Erlaubnis nicht unbedingt geben!

00:29:37: Aber manche Mitarbeitende freuen sich eben auch darüber.

00:29:41: Sobald die Führungskraft sagt, hey wir haben hier einen Coach irgendwo, nimm das doch wahr, dass es nicht stereotypisiert wird sondern dass hier die Füllungskraft eher auf Stützensseite steht Und das wären, glaub ich, aus meiner Sicht auf jeden Fall Wege.

00:29:53: Um hier auch Bührungsängste anzugehen und das Thema ganz offenem Konzern zu kommunizieren, weil es tatsächlich ein sehr schönes Weiterführendesangebot ist?

00:30:00: Ja absolut!

00:30:00: Ich glaube einfach mal dieser Hand zu reichen und ganz wertfrei herauszusagen, es gibt dieses Angebot, melde dich da ganz anonym, wir müssen nicht darüber sprechen aber es ist das Angebot da.

00:30:13: was man wahrnehmen kann, ist schon meine extreme Hilfe da auch einfach meine E-Mail hinzuschreiben und dann zu sagen, ich hab lassen das anliegen.

00:30:22: Und möchte da mal ganz unverbindlich mit jemandem drüber sprechen.

00:30:29: Findest du total schön?

00:30:31: Ich denke zum Abschluss lohnt sich nochmal der Blick nach vorne!

00:30:34: Wir sind ja in unserer Themenserie zur Wandel und Kultur und gerade das wird sich ja noch weiter verändern.

00:30:42: Zu Anfang haben wir eben über KI gesprochen, dass da sich unsere Arbeitswirtschaft stark verändert hat und auch wird, und auch du hast angesprochen gerade Dinge wie Homeoffice führen dazu dass gerade psychische Belastung immer stärker wird.

00:30:55: Und die Grenze zwischen privaten Sorgen und der Belastungen auf der Arbeit immer mehr miteinander verschwimmen.

00:31:03: Was müssten aus deiner Sicht den Unternehmen heute verändern damit Mitarbeiter auch in Zukunft gut für die Arbeitsplätze aufgestellt sind oder weiterhin gesund und handlungsfähig bleiben?

00:31:12: Auch wenn dass man davon ausgehen muss, das Wandel langfristig bestehen wird.

00:31:16: Absolut!

00:31:17: Davon kann man sicherlich ausgehen, dass der Wandel uns immer mehr ... oder ja, weiterhin und vielleicht auch immer mehr begleiten wird.

00:31:24: Und wie ich eingangs auch formuliert hatte ist, glaub ich, das Hauptrisiko was ich oft sehe sind Mitarbeitende die sich von diesem Wande nicht abgeholt fühlen.

00:31:32: Die das Gefühl haben diesen Wandel nicht mitgestalten zu können.

00:31:35: Ja.

00:31:35: Und diesem Wandel eventuell übergestürbt zu kriegen.

00:31:38: Das ist sicher ein Risiko, was an vielen Stellen einfach besteht Und Gedanke, die ich von meiner Seite habe ist zunächst, den Informationsfluss an vielen Stellen einfach Transparenz zu gestalten.

00:31:50: Mitarbeiten abzuholen und wo sie stehen, ihnen klar zu machen was sind die nächsten Schritte?

00:31:54: Wo steuert das Unternehmen hin?

00:31:55: Das kann halt oft auch Sorgen vorweg schon nehmen.

00:31:58: Im besten Fall diesen Wandel vielleicht sogar bottom up mitgestalten zu lassen und Mitarbeiter tatsächlich auch direkt in diese Prozesse miteinzubeziehen Sei es über zentrale Schnittstellen, Mitarbeitende, die für zuständig sind, diesen Wandel zu begleiten und vielleicht auch Interviews mit den Fachexperten führen.

00:32:15: Weil diese vielleicht auch den besten Blick dafür haben wie die Arbeit zu gestalten ist?

00:32:20: Und dann als dritten Punkt sicherlich, worüber wir heute natürlich gesprochen haben, einzelne Mitarbeiterin, welche sich abgehangen fühlen, welche nicht mitgenommen fühlen durch Angebote wie eben auch diese Einzelgespräche kann sicherlich auch zunächst erst mal durch eine Führungskraft geführt werden, aber einfach den Blick für ein Einzelnis zu verlieren und zu schauen gibt es Leute die sich durch diesen Wandel überfordert fühlen nicht mitgenommen fühlen.

00:32:44: Und hier auch Angebote zu schaffen Gesprächsmöglichkeit zu schaffen um hier auch jedem irgendwie die Chance zu geben mitzukommen diesem wandel auch mitzugehen.

00:32:54: Ich denke, das sind schöne Abschlussworte.

00:32:56: Wandel wird sich nicht verändern, aber es gibt genug Unterstützung ... Nicht genug, aber Es gibt Unterstützungsangebote, die wahrgenommen werden können um diesen Wandel mit zu begleiten und mit dem EAP- und den Psychologen des Meditivbeispitzweise geht man da schon einen guten Weg damit.

00:33:12: Danke Johannes für das Gespräch!

00:33:14: Was

00:33:16: aus dieser Folge bleibt also hängen?

00:33:18: Fakt ist, Wandel lässt sich nicht aufhalten Aber wie Unternehmen damit umgehen, entscheidet darüber ob Mitarbeiter daran wachsen oder daran zerbrechen können.

00:33:28: Oder zumindest Schwierigkeiten haben mit Wandel umzugehen.

00:33:32: Berufliche und private Belastungen lassen sich heute kaum mehr voneinander drinnen.

00:33:37: Umso wichtiger ist es also Unterstützungangebote wie eben das ERP nicht nur als Notfallmaßnahme anzusehen sondern eben als einen selbstverständlichen Bestandteil der Unternehmenskultur und das auch so zu verstehen und seinen Mitarbeitenden zu kommunizieren.

00:33:50: Gute Führung kann da sehr viel auffangen, kann auf solche Angebote hinweisen und kann auch selber ein offenes Ohr anbieten.

00:33:58: Aber eine gute Führungen ersetzt keine professionelle Unterstützung, wenn diese gebraucht wird – beides gehört in diesem Fall zusammen!

00:34:06: Und wenn ihr euch mit dem Thema Gesundheit, Resilienz und Führungsumwandel beschäftigen möchtet, dann schaut Zum einen auch beim Meditif vorbei und zum anderen findet ihr auch passende Weiterbildungsangebote bei uns, der TÜV Nordakademie in unserem Webshop.

00:34:19: Den Link dazu packen wir euch wie immer in die Shownotes!

00:34:22: Und damit danke fürs zu hören.

00:34:23: wenn euch diese Folge gefallen hat dann abonniert gerne den Podcast alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge und schaut auch gern auf unseren Social Media Kanälen vorbei auf Instagram und LinkedIn.

00:34:32: Auch da packen wird euch alle Links dazu in die shownotes.

00:34:35: Und damit bis zur nächsten Folge von Wissen Kompakt.

00:34:37: Und wie immer, bleibt neugierig, bleibt kritisch, bleibt gesund und bleibt

00:34:48: sicher!

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